Nachdem ich in den letzten zwei Tagen einen langzeit-Blutdrucktest und einen Langzeit-EKG über mich ergehen lassen musste, fühle ich mich nun ohne Aufkleber und elektronische Anhängsel sehr befreit.
Die Unibewerbungen sind in Vorbereitung und für den letzten Anlauf für die Tanzlehrerprüfung bin ich auch angemeldet.. soweit läuft das Organisatorische also recht gut.
Jetzt habe ich mir mal (jaja die liebe Neugierde..) 100g Steviablätter zukommen lassen. (bestellt bei NatureVita)
Kurzer Auszug aus http://de.wikipedia.org/wiki/Stevia_rebaudiana
Seit Jahrhunderten wird Stevia rebaudiana schon von der indigenen Bevölkerung Brasiliens und Paraguays als Süßstoff und Medizin verwendet. Die Guaraní-Indianer nennen es ka’a he’ê (Süßkraut) und nutzen es, um ihren Mate-Tee zu süßen. Ebenso wird es zum Süßen anderer Tees und Nahrungsmittel verwendet.
Diverse Texte im Internet über Stevia haben mich dazu gebracht, es mal auszuprobieren. Die Pflanze ist als Süßstoff in der EU nicht zugelassen, wird allerdings in vielen anderen Ländern (z.B. Japan) schon seit vielen Jahren verwendet. Ausserdem mag ich Matetee sehr gerne und bin neugierig, wie er „original“-gesüsst so schmeckt. Da allerdings eventuelle Nebenwirkungen zwar unwahrscheinlich (siehe andere Länder) sind, aber nicht ausgeschlossen werden können (sonst wäre die Pflanze in der EU sicher schon lange zugelassen) plane ich natürlich nicht, allen Zucker in meiner Nahrung durch Stevia zu ersetzen. Die Versuchung ist trotzdem gross, ein kalorienarmes Süssungsmittel zu haben.
Und das beste: Stevia soll Blutdrucksenkend wirken – noch ein Grund, gerade in meiner momentanen Situation, dieses Kraut einmal auszuprobieren.
Versuch macht Kluch, also los:
Ich koche mir 200ml Wasser auf und lasse die Blätter (2g) 10 Minuten darin ziehen. Da die gelieferten Blätter ziemlich „fusselig“ sind, giesse ich alles danach durch einen Kaffefilter ab.
In der Zwischenzeit nehme ich ein kleines Blatt und zünde es an – der Verbrennungsgeruch interessiert mich ebenfalls!
Beim Verglimmen riecht Stevia ein wenig krautig/holzig, aber es entstehen ebenfalls „warme“ Geruchskomponenten, die mir gefallen. Erinnert entfernt an Weihrauch.
In einschlägigen Hanfforen schwören übrigens einige darauf, es beim Joint statt Tabak zu verwenden – na wers mag..
Der „Tee“ ist fertig gezogen, jetzt bin ich ja mal gespannt.. Stevia soll die 100-fache Süsskraft von Zucker haben, süss sollte es also sein.
…
Wow.
Der Steviatee schmeckt ganz leicht krautig und SÜSS!
Die geringe Dosierung war recht stark – der Steviatee hat eine Süsse, die mich an eine Mischung aus Honig und Süssholz erinnert.
Nicht so aufdringlich wie Zucker, trotzdem bilde ich mir ein dass es Geschmacksverstärkend (wie Zucker ja auch) wirken könnte:
Die Süsse verweilt recht lange im Mund, der „säuerliche“ Nachgeschmack, den man bei Zucker hat, bleibt aus.
Folglich scheint der Süssstoff tatsächlich nicht vergärbar zu sein – damit ist er auch Zahnschonend, weil die Bakterien im Mund ihn nicht verdauen und ihn folglich auch nicht zu Milchsäure vergären können.
Durch die lange Verweildauer der Süsse im Mund tritt recht schnell eine Art Sättigung ein – der Tee wird nach 2-3 kleinen Schlucken schon fast eklig-süss, als hätte ich eine VIEL höhere Mege Zucker darin gelöst!
Dieses Kraut ist echt interessant. Ich denke da vor allem an eine Anwendung z.B. im selbstgemachten Wein..
Nachtrag:
Der Tee wurde beim Trinken immer süsser.
Nach einer Pause von 10 Minuten ging es wieder, anscheinend ist dieser Süsserverstärkende Effekt eine Folge des langen Nachgeschmacks.
Da es mir dann doch zu süss wurde, habe ich den Tee nicht ausgetrunken.
Ich werde ihn hier stehen lassen und nach einem kleinen Mittagsschläfchen als Süssstoff für einen Matetee verwenden.
Nachtrag 2:
Der Tee ist inzwischen abgekühlt. Die Anfangs hellgrüne Farbe ist einem tiefdunklen Grün gewichen. So habe ich das auch schon bei z.B. Matetee beobachtet.
Die Süßkraft ist unverändert stark.
Den Matetee werde ich verschrieben, die Zeit wird mir zu knapp.
Nachtrag 3 (15.05.2009):
Mit Matetee gefällt es mir nicht so gut, was daran liegen könnte, dass ich den sowieso nur ungesüsst trinke.
Genauso geht es mit bei Kaffee.
Im Yogi-Tee (Kräuterteemischung) dagegen ist es super! Den trinke ich sehr gern gesüsst und da passt der süssholzähnliche Geschmack perfekt dazu, die Süsse sowieso.
Roten Tee mag ich mit Zucker lieber, die Süssholznote passt da IMO gar nicht.
Mit Met wird am Wochenende nochmal getestet (Kurztest war vielversprechend!)
Es geht mir nicht darum meinen Wein immer damit zu süssen – nur wenn er leicht aber süss sein soll.
Bei Bier ist das anders, ein Honigbier KANN nur so gesüsst werden (oder durch technische Hilfsmittel wie Pasteurisation)
Der Wein ist übrigens nur für privaten Gebrauch bestimmt! In Verkehr bringen von mit Stevia gesüssten Lebensmitteln ist in der BRD (noch) verboten!!
Natürlich sollte man den Met nur als Fußbad nutzen